Technologiedossiers: Hightech aus Deutschland für klimaneutrale Mobilität

Die Transformation des Mobilitätssystems hin zur Klimaneutralität gehört zu den zentralen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Diese Transformation erfordert nicht nur die Entwicklung und Diffusion neuer Technologien, sondern auch tiefgreifende sozial-ökologische Veränderungen in Infrastrukturen, Regulierungen, Geschäftsmodellen und gesellschaftlichen Praktiken. Klimaneutrale Mobilität ist somit ein Transformationsprozess, in dem technologische Innovationen und sozial-ökologische Aspekte, verstanden als das Zusammenspiel von technischen, wirtschaftlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Faktoren wie funktionierenden Geschäftsmodellen, gesellschaftlicher Akzeptanz und effektiver politischer Steuerung, eng miteinander verwoben sind.

Vor diesem Hintergrund analysiert das nexus Institut im Projekt „BRIDGE-HTAD“ vielversprechende Technologiefelder in Bezug auf ihr transformatives Potenzial sowie mögliche sozial-ökologische Hemmnisse ihrer Skalierbarkeit, gesellschaftlichen Akzeptanz oder Regulierung. Zu den untersuchten Technologiefeldern zählen unter anderem autonome und vernetzte Fahrzeuge, urbane Lieferdrohnen, KI-basierte Optimierungssysteme, plattformbasierte Mobilität, Mikromobilität sowie neue Ansätze in der Energie- und Antriebstechnologie. Ergänzend werden ausgewählte Technologiefelder in kompakter Form als Kurzdossiers behandelt.

Die Ergebnisse werden in der Veröffentlichungsreihe „Technologiedossiers: Hightech aus Deutschland für klimaneutrale Mobilität“ vorgestellt. Ziel der Reihe ist es, systematisch zu untersuchen, welchen Beitrag Hightech-Lösungen zur klimaneutralen Transformation der Mobilität leisten können und unter welchen Bedingungen diese Potenziale realisiert werden können. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie technologische Innovationen so weiterentwickelt, skaliert und eingebettet werden müssen, dass sie sowohl zur Dekarbonisierung des Verkehrs beitragen als auch die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken. Neben ihrem Klimaschutz- und Standortpotenzial werden die Technologiefelder hinsichtlich ihrer Reife und Skalierbarkeit, ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz und Nutzungsperspektive sowie der bestehenden und möglichen regulatorischen Rahmenbedingungen untersucht. Auf dieser Grundlage werden bestehende Wissensbestände aus Forschung und Praxis synthetisiert und kritisch eingeordnet. Die Analysen zielen darauf ab, sowohl Chancen als auch Zielkonflikte, Unsicherheiten und mögliche Rebound-Effekte sichtbar zu machen.

Methodisch basiert die Studie auf einem mehrstufigen Forschungsdesign zur systematischen Bewertung neuer Mobilitätstechnologien. Zunächst werden relevante Technologiefelder auf Grundlage politischer Strategien (z. B. der Hightech Agenda Deutschland) sowie der wissenschaftlichen Literatur identifiziert und zu einer priorisierten Shortlist verdichtet. Diese Technologien werden anschließend entlang von fünf zentralen Dimensionen analysiert, die konzeptionell die sozial-ökologischen Grundlagen einer klimaneutralen Mobilität bilden: Klimaschutzbeitrag, Standortrelevanz für Deutschland, technologischer Reifegrad und Skalierbarkeit, gesellschaftliche Konflikt- und Gerechtigkeitsfragen sowie regulatorische Rahmenbedingungen. Die Datengrundlage bildet ein systematisches Literatur-Scoping, bei dem wissenschaftliche Publikationen gezielt recherchiert, gefiltert und inhaltlich ausgewertet werden. Ergänzend werden in weiteren Rechercherunden relevante Projekt- und Policyberichte einbezogen und zu einem ersten Analyseentwurf verdichtet. Dieser Entwurf wird anschließend durch Experten aus Industrie und angewandter Forschung im Rahmen von Interviews oder schriftlichen Stellungnahmen validiert und um praxisnahe Einschätzungen ergänzt.

Die Reihe verfolgt darüber hinaus einen explizit anwendungsorientierten Anspruch. Aufbauend auf den Analysen werden Handlungsempfehlungen für Politik und Innovationsakteure formuliert. Diese sind insbesondere auf die Weiterentwicklung und Umsetzung der innovationspolitischen Zielsetzungen Deutschlands im Bereich klimaneutraler Mobilität ausgerichtet und leisten damit einen Beitrag zur Stärkung technologischer Souveränität, Wertschöpfung und nachhaltiger Transformation. Die Technologiedossiers sollen dazu beitragen, die strategische Ausrichtung von Forschung, Entwicklung und Anwendung im Bereich klimaneutraler Mobilität evidenzbasiert zu unterstützen, den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis zu fördern und zugleich die Erneuerung der Forschungspolitik des Bundes zu unterstützen.

Folgende Technologiedossiers werden an dieser Stelle im Projektverlauf veröffentlicht und können durch einen Klick auf den Titel heruntergeladen werden:

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert die Erstellung und Erarbeitung des Technologiedossiers durch das Projekt „BRIDGE-HTAD: Beteiligung, Regulierung, Innovation & Governance für sozial-ökologische Transformationspfade neuer Mobilitätstechnologien“ im Rahmen der Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit“ (FONA) im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung unter dem Förderkennzeichen 01UV2501. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt aber bei den jeweiligen Autoren und Autorinnen.