Durch ein multidisziplinäres Konsortium wird in dem Projekt DIGITAL SCRUBS erstmals ein interpersonelles und multimodales Aufmerksamkeitsassistenzsystem zur kontextsensitiven, neuroergonomischen Mensch-Maschine-Interaktion in vernetzten Operationssälen erforscht, entwickelt und evaluiert. Durch eine generische Schnittstelle bietet es dem:der Nutzer:in eine vertraute Mensch-Maschine-Schnittstelle für eine Vielzahl von vernetzten OP-Systemen. Abhängig von der jeweiligen Aufgabe/Tätigkeit sowie der individuellen kognitiven und emotionalen Verfassung werden relevante Informationen zur Optimierung des operativen Eingriffs selbstständig und kontextsensitiv über am Körper getragene Systeme zum multi- und kreuzmodalen Informationstransfer bereitgestellt. So soll DIGITAL SCRUBS den Fokus auf die Frage richten, wie sich derartige Assistenzsysteme auf die Arbeit der Mediziner:innen auswirken. Die Einführung interpersoneller KI-Assistenz wird zu einer veränderten Dynamik innerhalb des OP-Teams führen.

Um diesen Aspekt schon während der Entwicklung zu berücksichtigen bzw. zu optimieren, wird DIGITAL SCRUBS durch sozialwissenschaftliche, partizipative Technikforschung begleitet. Dadurch wird sichergestellt, dass die entwickelten Technologien anschlussfähig sind. Zudem wird den rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich Datenschutz Rechnung getragen und somit das Vertrauen der Anwender:innen in die Technologie begründet. Schließlich werden Erklärungsansätze erprobt, um die Nachvollziehbarkeit der Technologie zu steigern. Vor allem ethische Fragestellungen der Mensch-Maschine-Interaktion dürfen nicht vernachlässigt werden.

Das nexus Institut übernimmt in diesem Projekt vor allem die Analyse der ethischen, legalen und sozialen Implikationen (ELSI) und reduziert so die negativen Auswirkungen der entwickelten Technologien und sichert eine rechtskonforme sowie sozial verantwortungsbewusste Anwendung.

Laufzeit: 08/2022 – 07/2025
Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Mitarbeiter:innen: Justine Kenzler (Projektleitung), Maria Jacob
Projektpartner: Universität des Saarlandes: Systems Neuroscience & Neurotechnology Unit und Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, abat+ GmbH, paragon semvox GmbH, Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik gem. GmbH

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