Mit der Einsetzung des ersten landesweiten Bürgerrats sendet der Landtag Nordrhein-Westfalen ein wichtiges Signal für mehr demokratische Beteiligung in NRW. Zuhören, die eigene Überzeugung begründen, andere Meinungen aushalten, neue Sichtweisen entwickeln – das zeichnet Bürgerräte – und schließlich auch unsere Demokratie – aus.

80 zufällig ausgewählte Bürger:innen diskutieren von April bis Juni 2026 das Thema der Generationsübergreifenden Daseinsvorsorge. Im Mittelpunkt steht eine zentrale Zukunftsfrage: „Wie können digitaler Fortschritt und der Einsatz von KI, auch wenn Krankheit oder Pflegebedarf eintreten, ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter unterstützen?“

Ergänzend zu Themen der digitalen Teilhabe, generationenfreundlichem Wohnen und wohnortnaher Pflege und Versorgung setzen sich die Teilnehmenden auch mit den Chancen und Grenzen beim Einsatz moderner Technologien in Prävention, Pflege und der Unterstützung der Pflegeplatzsuche auseinander.

Das nexus Institut wurde, gemeinsam mit ifok, für die Konzeption und Durchführung der insgesamt sechs Sitzungen vom Präsidenten des Landtags Nordrhein-Westfalen beauftragt.

Durch die zufällige Auswahl der Teilnehmenden soll eine breite Vielfalt an Meinungen und Ideen im Bürgerrat vertreten sein: Dafür werden zunächst 20 Städte und Gemeinden in NRW nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, wobei eine ausgewogene Verteilung über die fünf Regierungsbezirke und unterschiedlichen Gemeindegrößen sichergestellt wird. In einem zweiten Schritt werden 5.000 Bürger:innen – ebenfalls zufällig – aus den Melderegistern dieser Kommunen ausgewählt und angeschrieben. Aus den Rückmeldungen wird wiederum anhand von soziodemografischen Kriterien eine Gruppe aus 80 Bürger:innen ausgelost, welche ungefähr die Bevölkerung Nordrhein-Westfalens im Kleinen abbildet. Berücksichtigt werden neben Alter, Geschlecht und Bildungshintergrund auch die regionale Herkunft sowie die Größe der eigenen Gemeinde.

Der Bürgerrat findet an insgesamt sieben Sitzungstagen statt, vier davon vor Ort in Düsseldorf und drei digital per Videokonferenz. In moderierten Kleingruppen bekommt jede:r die Chance, sich einzubringen, auszutauschen und voneinander zu lernen. Begleitet werden die Diskussionen durch Vorträge von Expert:innen und Betroffenen sowie durch ein geschultes Team, das auf die verschiedenen Bedürfnisse und Wünsche der Bürger:innen eingeht.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Laufzeit: 11/2025 – 12/2026
Auftraggeber: Landtag Nordrhein-Westfalen
Team: Dr. Christine von Blanckenburg (Projektleitung), Felix Schürhoff, Alexander Haro Hasprich
Projektpartner: ifok GmbH

Foto: Robert Boden (Archivbild)