Der Beteiligungsprozess zur integrierten Tourismusstrategie auf Sylt setzt an den bestehenden Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen, Umwelt- und Naturschutz sowie den Bedürfnissen der Einwohner:innen an. Hohe Besucherzahlen, steigende Lebenshaltungskosten und zunehmende Nutzungskonflikte stehen dabei einer starken wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Tourismus gegenüber. Ziel des Prozesses ist es, diese Herausforderungen systematisch zu erfassen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.
In einem mehrstufigen, dialogorientierten Verfahren werden unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt, ausgetauscht und weiterentwickelt. Niedrigschwellige und inklusive Formate ermöglichen eine breite Beteiligung relevanter Akteursgruppen.
Der Prozess ist iterativ angelegt und gliedert sich in aufeinander aufbauende Formate mit klaren Funktionen. Den Auftakt bildet die Entwicklung einer Themenlandkarte, in der zentrale Fragestellungen, Konfliktlinien und Perspektiven zunächst breit und strukturiert erfasst werden. Die Themen für die Karte werden unter anderem durch eine digitale Umfrage unter Gemeindevertretungen, eine dialogische Präsenzveranstaltung sowie eine offene Online-Beteiligung gesammelt und geschärft.
In der anschließenden Vertiefungsphase werden diese Themen in Fokusgruppen, die über zielgruppenspezifische Expertise verfügen, sowie in Ortsgruppen, die lokale Perspektiven einnehmen, weiter ausgearbeitet. Abschließend tagt ein Gremium aus zufällig ausgewählten Bürger:innen. Diese wägen Zielkonflikte ab und entwickeln priorisierte, gemeinwohlorientierte Empfehlungen für die Tourismusstrategie.
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Laufzeit: 04/2026-10/2026
Auftraggeber: Sylt Marketing GmbH
Team: Katharina Fender (Projektleitung), Carlo Thomsen
Projektpartnerin: Claudine Nierth