Nachhaltigkeitsinitiativen stärken und vernetzen – Forschungs- und Beteiligungsprojekt

Innovationsworkshops mit Nachhaltigkeitsinitiativen

Was für Hürden begegnen Nachhaltigkeitsinitiativen in ihrer täglichen Arbeit? Welche Probleme erschweren die Entfaltung ihrer Wirksamkeit? Das schwierige Akquirieren von Fördermitteln, die hohe Arbeitsbelastung für Engagierte oder eine schleppende Kommunikation mit Stadtverwaltungen oder der Zielgruppe? Was wären mögliche Lösungen für diese und weitere Probleme? Was können Verwaltung und Politik tun, um zivilgesellschaftliche Nachhaltigkeitsinitiativen besser zu unterstützen?

In fünf Workshops möchten wir mit Vertreter:innen von jeweils 20 Nachhaltigkeitsinitiativen aus ganz Deutschland über diese Herausforderungen sprechen, von ihren Erfahrungen lernen und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln.

Die ersten vier Workshops finden im Jahresverlauf 2022 von Mai bis November statt und teilen sich anhand von Aktionsfeldern auf, in denen Nachhaltigkeitsinitiativen aktiv sind:

  1. Wohnen & Mobilität
  2. Energie & Klima
  3. Bildung, Politik & Kultur
  4. Konsum, Landwirtschaft & Natur

Am Ende der Workshopreihe findet ein zusammenführender Workshop (voraussichtlich Februar 2023) statt, an dem 20 Vertreter:innen aus den vier aktionsfeldbezogenen Workshops teilnehmen, um übergreifende Lösungsansätze zu entwickeln.

Die Workshops finden – je nach Pandemielage – in Präsenz bei einer der teilnehmenden Initiativen statt.

Während der Workshops tauschen sich Initiativen eines Aktionsfeldes zunächst über Probleme und Hürden für ihre Arbeit aus. Durch die Aufteilung der Initiativen in Aktionsfelder können sowohl Herausforderungen, die spezifisch für die Arbeit in einem bestimmten Bereich sind, als auch Probleme, welche die meisten Nachhaltigkeitsinitiativen teilen, identifiziert werden. Dann werden Ideen entwickelt, wie diese Schwierigkeiten überwunden werden können, und daraus konkrete Lösungsvorschläge formuliert. Besonderer Fokus wird darauf liegen, was Verwaltung und Politik tun können, um Initiativen besser darin zu unterstützen, ihre Wirkung zu entfalten und ihre Ideen zu verbreiten. Es wird auch Raum dafür geben, von den Erfolgen und Misserfolgen anderer Initiativen zu lernen und daraus Anstöße für die eigene Arbeit mitzunehmen. Dabei wird es natürlich reichlich Gelegenheit geben, sich mit anderen Aktiven und Initiativen zu vernetzen.

Neben den Workshops wird es eine Vernetzungsgruppe auf der Online-Plattform WECHANGE geben. Hier werden Informationen und Materialien für die Workshops bereitgestellt. Zusätzlich können sich die teilnehmenden Initiativen – sowohl mit Initiativen aus ihrem Aktionsfeld als auch aus anderen Aktionsfeldern – austauschen und über die Workshops hinaus in Kontakt bleiben. Diese Gruppe soll mittelfristig auch für Initiativen geöffnet werden, die Interesse an dem Projekt haben, aber nicht an den Workshops teilnehmen.

Interesse an Teilnahme?

Wenn Ihr Interesse habt, mit Eurer Initiative an einem der Workshops teilzunehmen, schreibt uns an: nachhaltigkeitsinitiativen@nexusinstitut.de

Über das Projekt

Nachhaltigkeitsinitiativen sind zentral für einen nachhaltigen Wandel

Zivilgesellschaftliche Nachhaltigkeitsinitiativen sind wichtige Akteure auf dem Weg zur sozial-ökologischen Transformation. Sie zeigen in alltäglichen und lebensweltlichen Kontexten auf, wie ressourcenaufbauend, selbstorganisiert und zukunftstauglich gelebt und gearbeitet werden kann. Dementsprechend hebt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung auch in ihrer Weiterentwicklung von 2021 ihre zentrale Bedeutung für einen nachhaltigen Wandel hervor.

Nachhaltigkeitsinitiativen engagieren sich auf sehr vielfältige Weise für mehr Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen: Die Bandbreite reicht vom Selbstreparatur-Fahrradladen und Zero-Waste-Kochworkshops über Wohnprojekte, die von Bürger:innen getragen werden, zu Energiegenossenschaften oder großangelegten Kampagnen und politischer Arbeit. Diese Initiativen entwickeln, verbreiten und leben entlang unterschiedlicher Konzepte, wie Nachhaltigkeit im Kleinen und Großen praktiziert werden kann.

Nachhaltigkeitsinitiativen haben ein enormes Potential, gewohnte, nicht-nachhaltige Verhaltensmuster – wie das Konsumieren von „Fast-Fashion“ oder die Nutzung fossiler Brennstoffe – aufzubrechen und mit ihren Forderungen, Projekten und Innovationen die sozial-ökologische Transformation voranzubringen.

Lösungsansätze zur Stärkung von Nachhaltigkeitsinitiativen entwickeln

Das Forschungs- und Beteiligungsprojekt „Zivilgesellschaftliche Nachhaltigkeitsinitiativen auf dem Weg in nachhaltige Politik stärken, skalieren, vernetzen” identifiziert staatliche und gesellschaftliche Hürden, die die Arbeit von Nachhaltigkeitsinitiativen erschweren, und entwickelt passende Lösungsansätze, die sich primär an Verwaltung und Politik richten (von lokaler bis Bundesebene).

Die Lösungsansätze sollen die Wirksamkeit von Nachhaltigkeitsarbeit stärken, die Ausbreitung und Vergrößerung von Nachhaltigkeitsinitiativen ermöglichen und Bürger:innen, die sich noch nicht für Nachhaltigkeit interessieren, besser involvieren.

Die relevanten Akteurinnen und Akteure in diesem Beteiligungsprojekt sind Nachhaltigkeitsinitiativen, Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie Bürger:innen. Eine große Chance dieses Projektes besteht darin, dass engagierte Bürger:innen ihre bisherigen Aktivitäten und damit verbundenen Ziele besser umsetzen und ausweiten können und die Hürden für derzeit nicht aktive Bürger:innen gesenkt werden.

Partizipative Vorgehensweise und Meilensteine

Das Projekt erforscht zwischen März 2021 und Januar 2024 mit einem partizipativen Ansatz staatliche und gesellschaftliche Hürden für Nachhaltigkeitsinitiativen und entwickelt Möglichkeiten zur Stärkung dieser Initiativen.

  1. Zunächst werden der aktuelle Forschungsstand ausgewertet und die wissenschaftlichen Grundlagen für das Projekt aufgearbeitet.
  2. In fünf Innovationsworkshops werden Nachhaltigkeitsinitiativen Hürden für ihre Nachhaltigkeitsarbeit identifizieren und entsprechende Lösungsansätze entwickeln.
  3. Die erarbeiteten Lösungsansätze werden von Stakeholdern aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft mit Blick auf ihre Umsetzbarkeit bewertet und weiterentwickelt.
  4. Die Ergebnisse werden im Herbst 2023 einer Bürger:innenkonferenz zur Bewertung und Stellungnahme vorgelegt.

5. Der daraus resultierende Forderungskatalog wird schließlich an Entscheidungsträger:innen aus Verwaltung und Politik übergeben.

Prozessdiagramm

Das Vorhaben wurde vom Umweltbundesamt und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beauftragt. Mit der Umsetzung sind das nexus Institut zusammen mit Karte von Morgen und Stiftung Mitarbeit betraut. Die Evaluation führt Prof. Dr. Nobert Kersting, Lehrstuhl für Kommunal- und Regionalpolitik an der Universität Münster, durch.

Fotos: Roy Buri/Pixabay, Jeswin Thomas/Unsplash, Smaack/Creative Commons, Leonhard Lenz/Creative Commons
Grafik Windrad: Adrien Coquet/Noun Project

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