08.09.2005 Das Projektteam besteht aus (von links nach rechts): Dr. Angela Jain, Prof. Dr. Christiane Dienel, Dr. Frithjof Reul, Jenny Schmithals, Loreen Leske, Susanne Thies, Dr. Christine von Blanckenburg und Johanna Kube.
Projekt "Familienfreundliche Hochschule" und "Rückwanderung für Ostdeutsche Städte"
Auftaktveranstaltung in Magdeburg erfolgreich

Zwei neue Modellvorhaben zur Entwicklung von Strategien gegen Abwanderung und zur Stärkung von Haltefaktoren in Ostdeutschland wurden am 7. September 2005 auf einer Auftaktveranstaltung an der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) vorgestellt. Ziel der miteinander verknüpften Projekte ist es, die Zu- und Rückwanderung in ostdeutsche Städte zu stärken und für junge Menschen Haltefaktoren zu schaffen - sowohl im Bereich Beruf und Existenzgründung als auch im Bereich Familie. Die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen im Rahmen des Forschungsprogramms 'Aufbau Ost' geförderten Projekte werden vom nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung Berlin in Kooperation mit der Hochschule in Magdeburg bearbeitet.

Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung konkreter Maßnahmenkataloge und deren Umsetzung an den Modellstandorten Magdeburg und Greifswald. Hintergrund: Der Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland wird - wie das Beispiel Sachsen-Anhalt zeigt - zu etwa einem Drittel durch Geburtenrückgang und zu zwei Dritteln durch Abwanderung verursacht. Gerade die Jungen, gut Ausgebildeten wandern in den Westen ab, viel zu wenige kehren zurück. Den Ländern gehen so die innovativsten Köpfe verloren, die dringend für den Aufbau Ost gebraucht werden. Abwanderung wird aber nicht ausschließlich durch den Arbeitsmarkt bestimmt. Deutlich wird: Nicht die Arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit Bedrohten wandern ab, sondern gerade die gut Qualifizierten, die auch im Land Arbeit haben oder finden könnten.

Vor allem die Qualität der Arbeitsplätze und die Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung spielen bei Wanderungsentscheidungen eine große Rolle. Insbesondere junge Frauen verlassen nicht nur aus beruflichen, sondern auch aus privaten Gründen das Land, weil in ihrer Lebensplanung familiäre und berufliche Gründe eine gleichgewichtige Rolle spielen. Die Rückkehrbereitschaft der Abgewanderten und ihre Heimatbindung sind aber erstaunlich hoch, die Mehrzahl der in der Studie Befragten kann sich eine Rückkehr vorstellen.An dieser Stelle knüpfen die Projekte an, um einerseits Faktoren zu identifizieren, die junge Menschen im Land halten und andererseits Ansatzpunkte zur Förderung der Rückwanderung zu finden.

Die beiden vorgestellten Projekte "Rückwanderung als dynamischer Faktor für ostdeutsche Städte" und "Hochschulen als Katalysator regionaler Entwicklung" haben eine Laufzeit bis Ende 2006.

Mit Material vom Informationsidenst Wissenschaft - idw - http://idw-online.de/pages/de/news126922

Linktipps:
Internetseite zum Projekt "Familienfreundliche Hochschule"
Internetseite zum Projekt "Rückwanderung als dynamischer Faktor für ostdeutsche Städte"

nexus Projektseite "Familienfreundliche Hochschule"
nexus Projektseite "Rückwanderung als dynamischer Faktor für ostdeutsche Städte"