Fokusgruppe Familien in Kleinstädte in peripheren Lagen

Das Leben in Kleinstädten im ländlichen Raum wird von vielen Menschen als sehr attraktiv empfunden. Trotz demografisch bedingtem Strukturwandel und Abwanderung gibt es eine starke Heimatbindung und damit viele Menschen, die „Landstädte“ aufgrund ihrer immer noch hohen Vielfalt, ihrer räumlichen Überschaubarkeit und ihrer Kinderfreundlichkeit schätzen. Dennoch gilt es für Kleinstädte, den demografischen Herausforderungen nachhaltig zu begegnen. Das ExWoSt-Forschungsfeld „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ untersucht vor diesem Hintergrund, wie Kleinstädte ihre Zukunftschancen für eine qualitätsvolle Stadtentwicklung nutzen können, obwohl die Rahmenbedingungen dafür schwierig sind.

Um Bürger/innen und städtische Akteur/innen in diesen Neubestimmungsprozess einzubinden, hat das ExWoSt-Forschungsfeld einen partizipativen Szenarioprozess aufgelegt, um Zukunftsperspektiven zu erarbeiten. Dabei fiel auf, dass die Beteiligung von jungen Familien an diesem Szenarioprozess vergleichsweise gering ist – wohl auch aufgrund dessen, dass in der Familiengründungsphase die Kapazitäten für Engagement und Beteiligung generell weniger ausgeprägt sind, zumal diese Phase häufig zusammenfällt mit beginnender Berufstätigkeit.

Um die Perspektive von jungen Familien noch gezielter zu erfragen, wird das nexus Institut in vier ausgewählten Modellstädten des Szenarioprozesses (Rodewisch/Sachsen, Großschönau/Sachsen, Zell am Harmersbach/Baden-Württemberg, Beverungen/NRW) in sogenannten Fokusgruppen die Bedarfe und Zukunftsthemen junger Familien mit Kindern in den Blick zu nehmen.

In enger Absprache mit den örtlichen Verantwortlichen lädt das nexus Institut Familien ein, in einer moderierten Gruppendiskussion intensiv zu erörtern, wie sie sich ihre familienfreundliche Kleinstadt vorstellen. Bei der anschließenden wissenschaftlichen Auswertung sollen auch konkrete Handlungsempfehlungen für die vier Modellstädte erarbeitet werden, ebenso sollen auf Grundlage der Untersuchungen Aussagen zur Generalisierbarkeit der Handlungsempfehlungen für andere Kleinstädte erzielt werden.

Auftraggeber: Hochschule Neubrandenburg, Institut für Kooperative Regionalentwicklung im Rahmen des Forschungsfeldes „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ des Forschungsprogramms Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt), aufgelegt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Laufzeit: 02/2018 – 06/2018
Mitarbeiter/innen: Dr. Angela Jain (Leitung), Ina Metzner, Robert Boden